Flörsheim20.10.2014

Headless 4“ in der Flörsheimer „Rangierbar“

Von Helene Braun

FLÖRSHEIM - Regionale Bands und andere Künstler vorzustellen und ihnen eine Möglichkeit zum Auftritt zu verschaffen, hat sich der Kulturverein Krake zum Ziel gesetzt. Ein fester Bestandteil ist die Ausrichtung der „Rangierbar“ im Güterbahnhof und von mehreren Konzerten jährlich. Am Samstag spielte eine Band, die in dieser Formation erst seit April 2013 besteht. „Headless 4“ ist der Name, doch der Leadsänger und -gitarrist zumindest ist schon länger musikalisch unterwegs. „Dieses Lied habe ich vor 20 Jahren geschrieben“, kündigte er das Stück vom guillotinierten König an.

Rhythmusbetont mit zwei Gitarren, einem Bass und dem Schlagzeug kommen die Eigenkompositionen in englischer Sprache daher, sie sollen Bob Dylan oder den Rolling Stones nachempfunden sein. Doch so einfach einordnen lassen sich die Musiker nicht. Die ersten blues- und rockbetonten Stücke kommen zwar laut, aber dennoch irgendwie verhalten, so als sei eine unsichtbare Bremse noch angezogen. Die lockert sich dann und geht ganz auf bei dem Stück, das den selben Namen trägt wie die Band selbst, nämlich Headless 4. Jetzt hauen alle Vier rein wie losgelassen. „My Baby left me“, singt der Leader, natürlich, wie könnte es anders sein, das ist der Inhalt vieler traditioneller Bluesstücke und scheint mit dem Leben des Frontmanns zu korrespondieren.

Wetterfest und bodenständig rocken die Musiker von Headless 4 die kleine Kneipe. Armer Sänger. „Beim nächsten Stück geht es mal wieder darum, dass mich eine Frau verlassen hat.“ Das Publikum kennt das jetzt schon, die Atmosphäre ist locker, die Leute halten sich teils direkt vor der kleinen Bühne oder auf der zweiten Ebene auf, die wie ein Schiffsbug in den Raum hineinragt.

Keine ganz jungen Leute sind darunter, eher bewegt sich das Alter so ab Mitte 25 aufwärts. Auch weitaus Ältere sind dabei, kein Wunder, die Musik ist das Ergebnis der vergangenen 50 Jahre. Handfesten Rock mit Tendenz zu Blues und Boogie haben sich schon Bruce Springsteen und Tausende andere zu eigen gemacht. Doch in Stücken wie „Tonight“ kommen die eigene Note und das Unverwechselbare am besten zum Tragen und Headless 4 zeigt, wie man sich in der Vielfalt noch eine Nische einrichten kann.

 




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